Magnesiumformen und ihr Einsatz:
Magnesium – Formen, Wirkung und optimale Anwendung
Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, der an über 300 biochemischen Prozessen im Körper beteiligt ist. Dazu zählen unter anderem die Muskel- und Nervenfunktion, die Energieproduktion sowie die Stabilität des Herz-Kreislauf-Systems.
Doch Magnesium ist nicht gleich Magnesium:Je nach Verbindung unterscheiden sich Aufnahme, Wirkung und Einsatzgebiet deutlich.
| Magnesiumoxid | 58–63 % | Günstig, geringe Aufnahme | Abführend |
| Magnesiumcitrat | 11–15 % | Gute Bioverfügbarkeit, leicht abführend | Basisversorgung |
| Magnesiumbisglycinat | 11–14 % | Beruhigend für das Nervensystem | Schlaf, Stress, Muskelzucken |
| Magnesiummalat | 15–23 % | Unterstützt Energieproduktion | Müdigkeit, Muskelschmerzen |
| Magnesiumaspartat | ca. 7 % | Beteiligung am Energiestoffwechsel | Erschöpfung |
| Magnesiumtaurat | ca. 8,8 % | Unterstützt Herz & Nervensystem | Herz-Kreislauf |
| Magnesiumorotat | ca. 7,2 % | Zellregeneration (DNA/RNA) | Herzgesundheit |
| Magnesiumthreonat | ca. 8,1 % | Überwindet Blut-Hirn-Schranke | Fokus, Gedächtnis |
Wie viel Magnesium braucht der Körper?
Die offiziellen Referenzwerte (z. B. DGE) liegen für Erwachsene bei etwa 300–400 mg pro Tag.
In der Praxis zeigen Erfahrungen, dass der Bedarf individuell deutlich höher sein kann – insbesondere bei:
- Stress
- körperlicher Belastung oder Sport
- starkem Schwitzen
- Schwangerschaft
- zunehmendem Alter
Aufnahme: Oral vs. über die Haut
Orale Einnahme (Tabletten, Pulver)
- Aufnahme: ca. 30–40 %
- höhere Mengen → oft Durchfall
- eingeschränkt bei Darmproblemen
👉 Vorteil: einfach👉 Nachteil: begrenzte Aufnahme
Transdermale Aufnahme (über die Haut)
Die Aufnahme über die Haut wird als „transdermal“ bezeichnet und gewinnt zunehmend an Bedeutung.
Mögliche Vorteile:
- Umgehung des Verdauungssystems
- keine abführende Wirkung
- gezielte Anwendung auf Problemstellen
- bessere Verträglichkeit
Typische Anwendungen:
- Einreiben oder Einsprühen (Magnesiumöl)
- Fuß- oder Vollbäder
- Umschläge
Magnesiumöl – einfach selbst herstellen
Magnesiumöl ist eine konzentrierte Magnesiumchlorid-Lösung (meist ca. 31 %), die sich leicht selbst herstellen lässt.
Beispiel:
- 31 g Magnesiumchlorid
- mit Wasser auf 100 ml auffüllen
👉 Ergebnis: ca. 3,7 g reines Magnesium enthalten
Anwendung & Tipps
- auf gereinigte Haut auftragen
- ideal: morgens und abends
- leicht einmassieren
- 10–20 Minuten einwirken lassen
- bei Bedarf abwaschen
Hinweis:Ein leichtes Kribbeln oder Brennen ist möglich – dann einfach verdünnen.
Wichtige Vorteile der Anwendung über die Haut
- keine Belastung des Darms
- gute Verträglichkeit
- gezielte Wirkung bei Muskelverspannungen
- schnelle Aufnahme möglich
- einfache Anwendung im Alltag
Sicherheit und Hinweise
Magnesium gilt grundsätzlich als gut verträglich. Dennoch gilt:
- Bei Nierenproblemen vorher ärztlich abklären
- Bei sehr hoher Dosierung auf mögliche Nebenwirkungen achten
- Individuelle Verträglichkeit beachten
Fazit
Magnesium ist ein zentraler Baustein für Gesundheit, Energie und Leistungsfähigkeit.Die Wahl der richtigen Magnesiumform und eine individuell passende Anwendung können entscheidend sein.
Ob über die Ernährung, Nahrungsergänzung oder transdermal über die Haut – entscheidend ist, den eigenen Körper zu verstehen und gezielt zu unterstützen.
Expertenwissen: Magnesium in der Praxis
Bioverfügbarkeit – warum orale Aufnahme oft nicht ausreicht
Bei der oralen Einnahme von Magnesium (Tabletten, Pulver oder gelöst in Wasser) liegt die tatsächliche Aufnahme im Körper häufig nur bei etwa 30–40 % – teilweise sogar deutlich darunter.
Diese reduzierte Aufnahme kann verstärkt werden durch:
- Darmprobleme
- gestörte Darmflora
- Parasiten oder Pilzbelastungen
- bereits bestehenden Magnesiummangel
Ein interessanter Effekt:Je stärker ein Magnesiummangel ausgeprägt ist, desto schlechter wird Magnesium über den Darm aufgenommen.
Zusätzlich gilt:
- hohe Einzeldosen → geringere Aufnahme
- häufige Nebenwirkung → weicher Stuhl oder Durchfall
👉 Fazit: Die orale Aufnahme ist begrenzt und nicht immer effizient.
Transdermale Magnesiumaufnahme (über die Haut)
Die Aufnahme von Magnesium über die Haut („transdermal“) bietet eine alternative Möglichkeit, den Magnesiumstatus zu verbessern.
Typische Anwendungen:
- Magnesiumöl (Spray oder Einreibung)
- Fuß- oder Vollbäder
- Umschläge oder Kompressen
- Inhalation (über Schleimhäute)
Mögliche Vorteile:
- Umgehung des Verdauungssystems
- keine abführende Wirkung
- Anwendung direkt auf betroffenen Körperstellen
- gute Verträglichkeit auch bei empfindlichem Darm
Für eine nachhaltige Auffüllung der Magnesiumspeicher sind meist regelmäßige Anwendungen über mehrere Wochen oder Monate erforderlich.
Magnesiumchlorid – Qualität und Lagerung
Für Anwendungen wird häufig Magnesiumchlorid-Hexahydrat (MgCl₂) verwendet.
Wichtige Qualitätsmerkmale:
- Reinheit: mindestens 99 % (pharmazeutische Qualität)
- erhältlich als Flocken oder Kristalle
Lagerung:
- luftdicht verschlossen
- trocken lagern (zieht Feuchtigkeit an)
👉 Verklumpung beeinträchtigt nicht die Wirkung, nur die Dosierbarkeit.
Umrechnung: Magnesiumchlorid in reines Magnesium
Magnesiumchlorid enthält nur einen bestimmten Anteil an elementarem Magnesium.
- 1 g Magnesiumchlorid ≈ 119,5 mg reines Magnesium
- Umrechnung: Magnesiumchloridmenge ÷ 8,368 = reines Magnesium
👉 Beispiel:Für 700 mg reines Magnesium werden ca. 5,86 g Magnesiumchlorid benötigt.
Magnesiumöl selbst herstellen (31 % Lösung)
Magnesiumöl ist eine hochkonzentrierte Lösung von Magnesiumchlorid in Wasser.
Herstellung:
- 100 ml Lösung → 31 g Magnesiumchlorid + Wasser
- 500 ml Lösung → 155 g Magnesiumchlorid + Wasser
- 1 Liter Lösung → 310 g Magnesiumchlorid + Wasser
👉 1 ml dieser Lösung enthält ca. 37 mg reines Magnesium
Dosierung über die Haut
Typische Praxiswerte:
- ca. 20 ml/Tag → etwa 700 mg Magnesium
- aufgeteilt in 2 Anwendungen (morgens & abends)
👉 Tipp: Anwendung auf mehrere Körperstellen verteilen → bessere Aufnahme
Anwendung in der Praxis
- auf gereinigte Haut auftragen
- leicht einmassieren
- 10–20 Minuten einwirken lassen
- bei Bedarf abspülen
Gezielte Anwendung bei:
- Muskelverspannungen
- Krämpfen
- Gelenkbeschwerden
- Stressbelastung
Erweiterte Anwendungen
Magnesium kann vielseitig eingesetzt werden:
- Packungen: warm bei Verspannung, kalt bei Entzündungen
- Deodorant: antibakterielle Wirkung
- Mundspülung (verdünnt): unterstützend für Zahnfleisch
- Nasen-/Nebenhöhlenbereich: nur stark verdünnt anwenden
Inhalation (fortgeschrittene Anwendung)
Magnesiumchlorid kann auch über die Atemwege aufgenommen werden (z. B. mit Vernebler).
Mögliche Effekte:
- Befeuchtung der Atemwege
- Unterstützung bei Schleimlösung
- direkte Wirkung im Bronchialsystem
👉 Anwendung nur mit Vorsicht und idealerweise nach fachlicher Rücksprache.
Vorteile der transdermalen Anwendung (Praxisbeobachtungen)
- keine Belastung des Verdauungssystems
- keine abführende Wirkung
- schnelle lokale Anwendung möglich
- gezielte Behandlung von Problemzonen
- einfache Integration in den Alltag
Mögliche Reaktionen & Hinweise
In der Anwendung können auftreten:
- leichtes Brennen oder Kribbeln
- trockene Haut
- Hautreizungen bei empfindlichen Bereichen
👉 Lösung: Verdünnung oder Anpassung der Menge
Wichtige Vorsichtshinweise
Eine Anwendung sollte mit Vorsicht erfolgen bei:
- schweren Nierenerkrankungen
- sehr niedrigem Blutdruck
- neuromuskulären Erkrankungen
Im Zweifel gilt: ärztliche Rücksprache halten.
Fazit für Fortgeschrittene
Magnesium ist ein zentraler Faktor für körperliche und mentale Leistungsfähigkeit.Während die orale Aufnahme ihre Grenzen hat, bietet die transdermale Anwendung eine interessante Alternative – insbesondere bei erhöhtem Bedarf oder eingeschränkter Resorption.
Entscheidend ist nicht nur die Menge, sondern die Form, Aufnahmefähigkeit und individuelle Anwendung.
